Mit der Mehrheitsentscheidung für eine großflächige erdgeschossige Container-Kita auf einem erheblichen Teil der Grünflächen am Wieselweg verabschieden sich Bürgermeister und Stadtrat ganz offiziell von ihren städtebaulichen Leitzielen. Flächen sparendes Bauen, Erhalt und Schaffung von Grünflächen - vergessen. Ganz nebenbei bricht man auch noch das Versprechen, das jetzige kleine Provisorium auf dieser Fläche wieder zu entfernen. Im hochverdichteten Jagdfeld wäre es ein Zeichen der Wertschätzung für Hunderte von Familien und deren Kinder, die Wiese für Naherholung und Spiel zurückzugeben.
Es fällt auf, dass der Stadtrat zunehmend vor Ja/Nein Entscheidungen gestellt wird. Keine Grundsatzdiskussion im Vorfeld, keine Beteiligung beim Planungsprozess, keine Ausarbeitung von Alternativen. Vermeintlich einfachste und günstigste Lösungen werden als einzig möglich präsentiert. Die städtebauliche Ignoranz und Missachtung von Architektur und Freiflächengestaltung entwickeln sich zu einem Muster.
Bahnhofskiosk Errichtet ohne jeden architektonischen Bezug zu seinem Umfeld. Ein Fremdkörper auch in Bezug auf den zukünftig angrenzenden Busbahnhof. Kein Denken an zukünftige Zusammenhänge.
Biergarten zur Post Dann die Verunstaltung des Biergartens durch die neuen klobigen Pavillons. Keine Rücksichtnahme auf die Räumlichkeit des Gartens, Terrasse und Zugangssituation zum Bürgerhaus. Ebenso die Vorgaben für das Gewerbegebiet auf der Finckwiese an der B 304. Sie beinhalten großflächige Lagerhallen, sprechen von Schwerlastverkehr, notwendigen Lärmschutz. Sind das wirklich sinnvolle Ziele für das letzte große Gewerbegelände in Haar? Interessanterweise wussten die Stadträte von diesen Festlegungen bei ihrer Beschlussfassung nichts.
Blumenstraße An der Blumenstraße zeichnet sich dieses Muster erneut ab. Die letzte gemeindliche Grünfläche in diesem Gebiet soll erdgeschossig verbaut werden, ohne zwingenden Grund. Feuerwehrhaus und Stadtwerke sind auch auf dem westlichen Gewerbegelände möglich. Natürlich ist es einfacher, die Grünfläche daneben zu versiegeln.
Zukunft gestalten statt verbauen Die geplante Kita am Wieselweg ist nun ein nächster bedauerlicher Schritt dieser Art von Politik. Ein konzeptionelles Denken in die Zukunft, orientiert an ökologischen und nachhaltigen Zielen und einem Erhalt der Lebensqualität für Kinder und Familien, ist trotz mancher schönen Worte nicht mehr auf der Tagesordnung.
Haar verliert
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