HAARGENAU – Aus dem Stadtrat | 19.5.2026

28. Mai 2026

– Hier die Ausgabe als PDF lesen und herunterladen –

Die zweite Sitzung im Mai war kurz – und wegen den Pfingstfeiertagen auch eine Woche früher als gewöhnlich. Auch mit einer kurzen Tagesordnung gab es aber einige wichtige Themen.

Wir sind für Dich da – Wir sind für Sie da!
Bei Anliegen, Fragen und Gesprächsbedarf sind wir als Stadträtinnen und Stadträte der SPD gerne jederzeit ansprechbar unter kontakt-fraktion@spd-haar.de.

Darum geht’s

Aktuell: Haar ist Gemeinde mit bester Daseinsvorsorge
1. Kinderbetreuung – dieses Jahr genug Plätze?
2. Bauvorhaben in Unterhaar – verpasste Chance
3. Anfragen: Sanierung Konradbad, Bau im Rappenweg

Aktuell: Haar ist Gemeinde mit bester Daseinsvorsorge

In Haar ist die Daseinsvorsorge – also die Versorgung mit öffentlichen Leistungen wie Schulen, öffentlichem Nahverkehr und Gesundheit – die beste aller Städte und Gemeinden in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat hierzu 10.817 Städte und Gemeinden verglichen, die Studie wurde am 25. Mai veröffentlicht.
Die Untersuchung konzentriert sich vor allem darauf, welche der Einrichtungen vor Ort vorhanden sind.

In Haar kommt diese Entwicklung nicht irgendwoher – sie trägt die Handschrift der Sozialdemokratie
Kommunalpolitik mit Weitblick heißt, dieses Angebot auszubauen, zu verbessern – das geht mit kluger Planung, einer Gewerbepolitik mit Weitblick und einer Stadt, die niemanden allein lässt.

Dafür stehen wir als SPD Haar auch weiter – die Entwicklung Haars mit Mut, einem Blick für alle Einwohnerinnen und Einwohner und mit Lust auf Zukunft!

Die Studie in voller Länge gibt es hier auf der Website des IW (externer Link).

1. Kinderbetreuung – dieses Jahr genug Plätze?

In seinem Bericht hat der Bürgermeister angekündigt, er sei zuversichtlich, dass alle Kinder in Haar einen Betreuungsplatz bekommen, die eine benötigen.
Das sind gute Nachrichten für die Familien in Haar. Nachdem es in den letzten Jahren Wartelisten gab, ist hier Sicherheit besonders wichtig.

  • Position der SPD
    Wir bleiben im Austausch mit den Familien und Betreuungseinrichtungen. Sollte sich die Lage ändern, müssen wir als Stadt schnell gegensteuern können. Deshalb werden wir das Thema auch im Stadtrat erneut anbringen und nach den Zwischenständen fragen.

2. Bauvorhaben in Unterhaar – verpasste Chance

Der Stadtrat hat mehrheitlich einem Bauvorhaben in der Zunftstraße 17d in Unterhaar zugestimmt – nicht unbedingt euphorisch, wie auch aus der Mehrheitsfraktion gesagt wurde.

Das Grundstück soll mit zwei Mehrfamilienhäusern bebaut werden, die jeweils neun Wohnungen beinhalten. Die Fläche des Grundstücks wird damit zu einem sehr großen Teil bebaut.
Sowohl im Bauausschuss als auch im Stadtrat wurde die ursprüngliche Planung von allen Fraktionen kritisiert. Der Bauausschuss hatte das Vorhaben deshalb abgelehnt und das Einvernehmen der Stadt mit dem Bauvorhaben nicht erteilt.

Baugenehmigungsverfahren – wie geht das?
Wer bauen möchte, braucht meistens eine Baugenehmigung. Wenn man in Haar bauen möchte, bekommt man die vom Landratsamt München – das Landratsamt ist die „Bauaufsichtsbehörde“.
Wo etwas wie gebaut werden darf, kann die Stadt Haar durch einen Bebauungsplan festlegen. Gibt es keinen Bebauungsplan, greift man auf die Regelungen im Baugesetzbuch (BauGB) zurück, genauer auf § 34 und § 35 BauGB. Die Anforderungen, die ein Bauvorhaben erfüllen muss, sind dann oft niedriger als bei einem Bebauungsplan. Die Stadt Haar hat also weniger Einflussmöglichkeiten.

Die Stadt kann das Vorhaben ablehnen – rechtlich heißt das, dass die Stadt ihr „Einvernehmen nicht erteilt“ –, wenn sie mit der Planung nicht einverstanden ist. Das kann sein, weil der Bau höher ist als andere Gebäude im Umfeld, für das Grundstück zu groß ist oder aus anderen Gründen nicht in die Umgebung passt.
Allerdings kann sich das Landratsamt über die Ablehnung der Stadt hinwegsetzen, wenn es der Meinung ist, dass alle Vorschriften erfüllt sind. Denn der Bauplan darf nur abgelehnt werden, wenn eine gesetzliche Vorschrift nicht erfüllt ist. Das ist also eine rechtliche Frage.

Setzt sich das Landratsamt über die Stadt hinweg – man spricht davon, dass das „Einvernehmen“ der Stadt „ersetzt“ wird –, wird die Baugenehmigung erteilt. Dagegen kann die Stadt klagen – dann muss sie das Verwaltungsgericht überzeigen, dass es rechtliche Gründe gegen die Planung gibt und das Landratsamt falsch entschieden hat.

  • Position der SPD
    Zwischenzeitlich wurden die Pläne überarbeitet – doch auch mit den Anpassungen sehen wir die Planung kritisch. Unsere Kritikpunkte hat Peter Schießl im Stadtrat zusammengefasst

Die beiden Häuser belegen das Grundstück fast vollständig – ganz anders als in der Umgebung. Wir finden es aber wichtig, dass in Unterhaar Grünflächen erhalten bleiben. Wenn diese Planung durchgeführt wird, können sich auch andere Eigentümer darauf berufen – man schafft also einen Präzedenzfall.
Die Wohnungen sind größtenteils nicht für Familien ausgelegt, sondern als Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen geplant. In Haar brauchen wir aber gerade auch Wohnungen für Familien. Dass Wohnungen zusammengelegt werden können, finden wir gut, ist uns aber nicht ausreichend – zu groß ist oft das Interesse, kleine Wohnungen als Geldanlage zu nutzen, als sie zu vergrößern und an Familien zu vermieten.
Im direkten Umfeld gibt es keine vergleichbar großen Häuser. Das Landratsamt argumentiert damit, in der Nähe gäbe es ähnliche Gebäude – diese Häuser sind aber gut 200 Meter entfernt. Damit fügen sich die Bauten nicht in die Gegend ein.

Auch die Argumente des Bauamts und der Bauherren konnten unsere Kritik nicht ausräumen. Wir haben deshalb – ebenso wie die Grünen – gegen die Pläne gestimmt.
Die unterschiedlichen Auffassungen im Stadtrat können wir nachvollziehen. Wir verstehen aber nicht, warum es für einige Stadträtinnen und Stadträte anscheinend ein Argument für die Zustimmung zur Planung war, dass das Landratsamt angekündigt hat, sich über die Stadt Haar hinwegzusetzen – also das Einvernehmen zu ersetzen.

"Wir dürfen uns nicht vom Landratsamt die Bebauung in Haar vorschreiben lassen. Wenn wir die Bebauung kritisch sehen, sollten wir die Pläne ablehnen."

–– Raul Würfl, Fraktionsvorsitzender.

3. Anfragen: Sanierung Konradbad, Bau im Rappenweg

Das Hallenbad in der St.-Konrad-Straße muss saniert werden: Der Heizkessel ist in die Jahre gekommen, deswegen wird die Wassertemperatur gesenkt – keine schöne Sache für Schwimmerinnen und Schwimmer. Aus Kostengründen – die Sanierung kostet bis zu zwei Millionen Euro – war dieser Schritt erst einmal aber die einzige Lösung.

Deshalb haben wir angefragt, ob die Stadtverwaltung plant, sich auf eine Förderung aus dem Bundeshaushalt zu bewerben. Gerade läuft noch die zweite Förderungsrunde der sogenannten „Sportmilliarde“ – in dieser Runde speziell für Schwimmbäder.
Leider ist die restliche Frist zu kurz, um die notwendigen Schritte vorzubereiten. Deswegen können wir die Förderung nicht in Anspruch nehmen.

  • Position der SPD
    Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Stadt in der nächsten Förderungsrunde bewirbt, damit das Konradbad renoviert werden kann. Dafür nehmen wir die Frage auch in die Haushaltsbesprechungen am Ende des Jahres mit.

Die Landeshauptstadt München plant, ein neues Wohn- und Gewerbeviertel im Rappenweg zu bauen – gleich an der Grenze zu Gronsdorf.
Die Planung ist nachvollziehbar – in München und im Umland braucht es den Wohnraum, der hier entstehen soll. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Bebauung mit der Umgebung zusammenpasst und Lebensqualität an erster Stelle steht – im neuen Viertel wie auch in Gronsdorf.

Wir haben deshalb gefragt, welche Wege die Stadt geht, um auf die Planung der Stadt München Einfluss zu nehmen.
Nach Auskunft des Bürgermeisters wurden Kritikpunkte angebracht. Das offizielle Verfahren, das noch ansteht, soll außerdem für die weitere Vorschläge seitens der Stadt Haar genutzt werden.

  • Position der SPD
    Die Pläne bewegen viele in Gronsdorf und Haar – denn die Pläne haben Auswirkungen auf die Stadt. Deshalb ist uns wichtig, Ängste zu nehmen und sich für Verbesserungen einzusetzen, wo sie notwendig sind.
    Das muss auch vor dem offiziellen Verfahren passieren. Die Stadt Haar muss deshalb alle Kommunikationswege – offizielle und inoffizielle – nutzen und Vorschläge und Kritik immer wieder anbringen.

Als SPD-Fraktion werden wir versuchen, den Austausch. mit den politischen Verantwortlichen in der Landeshauptstadt München aufzunehmen.

Das war es für diesen Monat – wenn Du und wenn Sie immer auf dem Laufenden sein wollen, schreibt mir eine E-Mail an raul.wuerfl@spd-haar.de und das HAARGENAU – Aus dem Stadtrat kommt jeden Monat direkt ins E-Mail-Postfach!

Das nächste HAARGENAU – Aus dem Stadtrat kommt nach der Sitzung am 23. Juni 2026.

Die SPD in der Presse

Konstituierende Sitzung des Stadtrats
Bericht im Haarer Stadtecho – S. 18 (externer Link)

Neuwahl des SPD-Ortsvereinsvorstands
Bericht im Haarer Stadtecho – S. 10 (externer Link)

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