Schulzentrum am Lindenplatz – für uns keine zukunftsfähige Lösung

01. März 2025

Seit gut drei Jahren steht das frühere MSD-Gebäude am Lindenplatz nun schon leer. Die Vermarktung scheint schwierig, allerdings hört man auch nichts von innovativen Ideen oder Marketingaktionen. Nun will man den Immobilieninvestoren entgegenkommen und dort die Fachoberschule mit Realschule unterbringen – an einem der Premium-Standorte für Gewerbe in Haar. Wir unterstützen das Vorhaben nicht und erklären gern warum.

Ja, Haar braucht neues Gewerbe. Die Finckwiese allein wird nach aktuellen Plänen aus dem Rathaus die Zukunft nicht sichern, zudem dort auch Produktionsgewerbe mit relativer unterdurchschnittlicher Ertragskraft in der Fläche angedacht ist.

TOP-Lage Gewerbe

Wie alle Standortanalysen zeigen, ist der Lindenplatz eine TOP-Lage für Gewerbe: integriert ins städtische Umfeld, fünf Minuten zur S-Bahn und zehn Minuten zur Autobahn, zwanzig Minuten zum Marienplatz. Darüber hinaus kurze Wege zum Einkaufen, zum Sport oder ins Kleine Theater und ein grünes Umfeld. Dass Büros am Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs auch eine Menge Autoverkehr einsparen, sollte für eine umweltbewusste Stadt zudem ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Es gibt auch in Zukunft keinen vergleichbaren Gewerbestandort in der Stadt.
Daraus nun ein Schulzentrum zu machen ist architektonisch eine Herausforderung und in der städtebaulichen Einordnung in Eglfing problematisch. Natürlich sind Bus- und S-Bahnanbindung für die Schüler vorteilhaft, vor allem, da die Fachoberschule fast nur Jugendliche aus München und dem Umland aufnimmt. Auch eine Realschule würden größtenteils Nicht-Haarer-Kinder besuchen. Standort entscheidend ist die S-Bahn aber nicht, wie man an der heutigen Fachoberschule sehen kann.

2025_MSD-Gebäude
Das MSD-Gebäude in Eglfing - weiterhin ein guter Standord für Gewerbe.

TOP-Lösung Schulen

Wenn man im Stadtrat schon mehrheitlich glaubt, für München und Umgebung Schulen bauen zu müssen, wäre ein Standort nördlich der Bahnlinie in Verlängerung der Richard-Reitzner-Allee vernünftiger. Mit der sogenannten Nordtangente könnten im Rahmen eines Umlageverfahrens eine Erweiterung des Sportparks, Schulen wie auch Gewerbe oder Wohnen finanzierbar entwickelt werden.
So könnte man einen Premium Gewerbestandort erhalten, die Leibstraße entlasten, die Infrastruktur gerade im Sportbereich standortpassend ausbauen und die Schulgebäude würden wirkliche Bildungsstätten sein und nicht umgebaute Büros.

Peter Schießl
stellvertretender Fraktionssprecher

Teilen