HAARGENAU – Aus dem Stadtrat vom 23.6. und 28.7.2026

25. August 2026

– Hier die Ausgabe als PDF lesen und herunterladen –

Im August ist auch der Stadtrat in der Sommerpause – einige wichtige Entscheidungen gab es deswegen noch in der Sitzung.
Gleichzeitig standen Themen aus der Stadtratssitzung im Juni wieder auf der Tagesordnung. Nachdem es letzten Monat aus Zeitgründen leider kein HAARGENAU – Aus dem Stadtrat gab, können wir uns jetzt den neuen Stand dazu ansehen.
Eine kleine Änderung im Stil schonmal vorab – ab dieser Ausgabe verwende ich nur die Du-Form. Das ist in der SPD schon lange üblich und macht das Lesen einfacher.

Wir sind für Dich da!
Bei Anliegen, Fragen und Gesprächsbedarf sind wir als Stadträtinnen und Stadträte der SPD gerne jederzeit ansprechbar unter kontakt-fraktion@spd-haar.de.

Darum geht’s

1. Leibstraße: Postwiese und Parksituation
2. Bauvorhaben am Rappenweg bei Gronsdorf
3. Kreislaufwirtschaft in Haar – eine Frage der Umsetzung
4. Kurz & Knapp: Sanierung Bürgerhaus, Jahresrechnung
5. Anfragen: Neugestaltung Leibstraße, Volksfest für Alle

1. Leibstraße: Postwiese und Parksituation

Die Leibstraße wird neugestaltet: Seit 22. Juni laufen die Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt, die Straße wird abschnittsweise für die Arbeiten gesperrt.

Postwiese: Widersprüche statt Schutz einer Freifläche

Die Materialien für die Arbeiten müssen gelagert werden. Nachdem in Haar gerade an vielen Stellen gebaut wird, sind Lagerflächen knapp. Umso wichtiger, die verfügbaren Flächen gut zu koordinieren und darauf zu achten, keine Grünflächen in den Quartieren zu belegen.
Umso überraschter waren deshalb die Anwohner:innen, als die Postwiese an der Waldluststraße plötzlich mit Baumaterial belegt wurde. Denn die Postwiese ist eine wichtige Grünfläche im Jagdfeld. Hier gibt es auch einen Bolzplatz für die Kinder im Viertel, hergerichtet mit Toren und Rasen.

Nach einer Bürgerfrage im Stadtrat im Juni hatte der Bürgermeister im Stadtrat erklärt, es „ginge nicht anders“, als die Postwiese zu belegen, alle Alternativen seien geprüft worden. Insbesondere die Festwiese an der B304 komme nicht in Betracht. Drei Wochen später war alles anders: Der Bürgermeister teilte im Bauausschuss mit, man habe andere Lagerflächen gefunden, darunter die ehemaligen Tennisplätze in der Brunnerstraße – und die Festwiese an der B304.

Als SPD-Fraktion haben wir deshalb angefragt, warum die Postwiese erst belegt wurde, nur damit wenige Wochen später doch eine Ausweichfläche zur Verfügung steht.

  • Position der SPD

Der Bürgermeister hat im Stadtrat auf unsere Anfrage – die hier nachgelesen werden kann – nach meinem Geschmack ausweichend geantwortet. Die Situation sei neu sondiert worden, eine perfekte Fläche gäbe es nicht. Warum sich die Bewertung innerhalb von drei Wochen geändert hat – darauf gab es keine Antwort.

Obwohl er kurz zuvor an die lange Tagesordnung hingewiesen hatte, führte der Bürgermeister umfangreich und detailliert die verschiedenen Bauvorhaben aus. Fast wäre dabei eine wichtige Information untergegangen: Die Postwiese wurde genutzt, weil sie auch beim Bau der Jagdfeldgrundschule verwendet worden war, so der Bürgermeister.

Das zeigt das eigentliche Problem: Beim Grundschulbau hatte man sich darauf geeinigt, die Postwiese kurz und nur ausnahmsweise zu benutzen. Statt bei diesem Versprechen zu bleiben, nahmen Bürgermeister und Verwaltung den Platz kurzerhand wieder her.
Freiflächen sind wichtig für unsere Stadt – das haben wir in der Hitzewelle gerade wieder gemerkt. Dazu ist die Postwiese als Bolzplatz hergerichtet worden – den Rasen wieder auszusähen, kostet Geld. Ausgaben, die vermeidbar gewesen wären.

Wir werden in Zukunft darauf schauen, dass so etwas nicht wieder passiert.

Zur Postwiese gibt es auch ein Video auf Facebook – schaut gerne vorbei!

Parksituation: Anliegen von Bürgern als „Schaufensterantrag“?

Die Umbaumaßnahme betrifft nicht zuletzt die Leibstraße selbst: In den einzelnen Bauabschnitten fallen etwa Parkplätze für Geschäfte, Anwohner:innen und Kund:innen weg.
Wie die Parksituation organisiert werden soll, war für viele Anwesende deshalb auch eine wichtige Frage auf der Informationsveranstaltung zum Umbau am 10. Juni.
Vor diesem Hintergrund haben wir als SPD-Fraktion einen Antrag für ein Parkplatzkonzept gestellt. Wir haben beantragt, ein Konzept aufzustellen und insbesondere die Nutzung der Tiefgarage an der Konrad-Grundschule, der LKW-Parkplätze an der B304 und Regeln für die angrenzenden Straßen zu berücksichtigen.
Im Stadtrat positionierte sich der Bürgermeister deutlich zum Antrag: Es sei ein „Schaufensterantrag“, es ginge uns eher um ein „Stänkern“ mit Blick auf die Baumaßnahme. Statt eines Antrags wäre eine Anfrage an die Verwaltung besser gewesen.

Stimmt das? Hier steht der ganze Antrag – mach Dir ein eigenes Bild.

Immerhin erklärte er: Die Nutzung der Tiefgarage der Konrad-Grundschule sei bereits geprüft worden – eine neue Information für Stadtrat und Öffentlichkeit.
Auf den Beschluss des Stadtrates hin wurde unser Antrag dann erneut im Bauausschuss am 14. Juli behandelt.
Anders als noch im Stadtrat gab es für diese Sitzung auch eine ausführliche Beschlussvorlage der Verwaltung: Daraus erfuhren wir

  • dass die Nutzung der Tiefgarage der Konrad-Grundschule wohl erneut geprüft wurde und
  • die Festwiese an der B304 teilweise als zusätzliche Parkfläche geprüft wird.

  • Position der SPD

Die recht allergische Reaktion des Bürgermeisters kann man vielleicht nachvollziehen – verständlich ist sie nicht.

Wer sich über einen konstruktiven Antrag schon fast in Rage redet, setzt damit kein Zeichen für die beschworene Zusammenarbeit.
Es ist gerade die Aufgabe des Stadtrats und seiner Stadträt:innen, Fragen öffentlich zu diskutieren und Entscheidungen zu kontrollieren und nachvollziehbar zu machen.

Deshalb wundert es mich, dass es erst in der Bauausschuss-Sitzung eine ausführliche Beschlussvorlage gab: Die Diskussion im Stadtrat wäre konstruktiver gewesen, hätte es die Informationen schon für diese Sitzung und vor allem in der Vorbereitung gegeben.

Wir verfolgen die Situation in der Leibstraße weiter aufmerksam.

2. Bauvorhaben am Rappenweg bei Gronsdorf

Die Stadt München wächst – und das betrifft auch Haar, genauer Gronsdorf. Im direkt an Gronsdorf grenzenden Rappenweg soll ein neues Wohnquartier entstehen: mit der „Guten Uta“ sollen Wohnraum für 6.000 bis 7.000 Menschen sowie Geschäfts- und Gewerbeflächen entstehen.
Damit eine große Bebauung sich möglichst reibungslos in die Umgebung einfügt, muss die Stadt Haar ihre Perspektive und gerade die Perspektive der Gronsdorfer:innen konsequent einbringen. In diese Richtung ging auch eine unserer Anfragen im Stadtrat im Mai, die hier nachgelesen werden kann (externer Link).

In der letzten Sitzung hat der Stadtrat eine Stellungnahme im Rahmen einer sogenannten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen. Auf unseren Antrag als SPD-Fraktion wurde die Stellungnahme noch um folgende Punkte ergänzt:

Keine sechs Geschosse Richtung Gronsdorf: Die Höhe der Gebäude Richtung Gronsdorf soll deutlich reduziert werden. In Kombination mit den Abstandsflächen kann dadurch ein weicherer Übergang entstehen.

Abstandsfläche an der Herzogstandstraße: Die aktuellen Planungen sehen zwischen den Neubauten und der bestehenden Bebauung an der Heimgarten- und Herzogstandstraße zu wenig Abstand vor – hier braucht es dringend Abstandsflächen.

Platz für Vereine, Sport und Gemeinschaftsleben: Ein Viertel lebt von Orten, an denen sich die Bewohner:innen treffen können – wie Sportplätze oder Gemeinschaftsräume für Vereine und Initiativen. Das muss aus unserer Sicht umfassender eingeplant werden.

Busse im 10-Minuten-Takt: Eine Anbindung mit einer neuen S-Bahn-Station oder einer Tram ist unsicher. Es braucht deshalb die Festlegung auf einen 10-Minuten-Takt beim Bus in der Hauptverkehrszeit, damit eine ausreichende Anbindung an den öffentlichen Verkehr besteht.

Mobilitätskonzept & Stellplatzschlüssel: Mit dem Mobilitätskonzept soll sichergestellt werden, dass der Verkehr in und aus dem Viertel gut abgewickelt wird – Busse, Autoverkehr, Rad und Fußgängerverkehr sollen aufeinander abgestimmt werden und ineinandergreifen. Das braucht es unbedingt – vor allem aber muss das Konzept realistisch sein. Kritisch sehen wir den niedrigen Stellplatzschlüssel: Pro Wohnung sind 0,5 Stellplätze vorgesehen. Wenn Bewohner:innen oder Besucher:innen zum Parken auf Gronsdorf ausweichen, belastet das Gronsdorf. Hier muss noch einmal geprüft werden.

Das Projekt spielt eine große Rolle für Gronsdorf. Der entstehende Wohnraum ist für eine Großstadt wie München wichtig – wichtig ist, dass Konflikte im Vorhinein vermieden und Probleme deshalb ausgeräumt werden.
Die Punkte, die wir in die Stellungnahme eingefügt haben, gibt es hier in voller Länge.

3. Kreislaufwirtschaft in Haar – eine Frage der Umsetzung

Der Stadtrat hat eine Kreislaufstrategie beschlossen: Ziel ist, wertvolle Ressourcen zu schonen und statt einmaligem Verbrauch auf Wiederverwertung zu setzen. Kreislaufwirtschaft ist auf vielen Ebenen Thema, auch die Bundesregierung hat zum Beispiel eine Kreislaufstrategie beschlossen.

Nachdem die Strategie im Stadtrat im Juni vorgestellt wurde, wurde sie – auch dank einiger Nachfragen von unserer Seite – vor ihrem Beschluss nochmals im Hauptausschuss beraten. Im Vorlauf zu dieser Sitzung hat die Verwaltung einige Punkte aufgegriffen und aufgenommen.

  • Position der SPD

Wir haben unter anderem angeregt, die Nachvollziehbarkeit, ob eine Maßnahme auch funktioniert, konkreter zu machen und die Zeitplanung für die Umsetzung realistisch zu gestalten. Diese Punkte hat die Verwaltung aufgenommen.

Das ist wichtig, damit die Strategie nicht nur ein Aushängeschild ist, sondern wirklich wirkt. Irritiert hat mich deshalb, dass einige in der CSU-Fraktion die Strategie eher als unverbindliches Konzept sehen. Damit Kreislaufwirtschaft aber funktioniert, muss man sie ernst nehmen.

Wir freuen uns auf die Projekte zur Umsetzung – und werden uns dafür einsetzen, dass sie ihren Anspruch erfüllen.

Wie Kreislaufwirtschaft in einer Kommune funktionieren kann, ist auch ein Thema bei einer Diskussion der VHS im Oktober. An der Diskussion nimmt auch unser Vorstandsmitglied Dr. Lothar Rast teil.
Zur Anmeldung für diese Veranstaltung – die ich Dir sehr ans Herz lege – geht es hier (externer Link).

4. Kurz & Knapp: Sanierung Bürgerhaus, Jahresrechnung

Bürgerhaus wird 2028 saniert

Nach 37 Jahren müssen Fassade, Haustechnik, Böden und einiges mehr im Bürgerhaus saniert werden. Die Kosten von gut acht Millionen Euro sind kein geringer Betrag für den Haushalt – aber notwendig, damit unser Bürgerhaus auch weiterhin genutzt werden kann. Der Stadtrat hat die Sanierung deshalb für 2028 beschlossen und damit um ein Jahr verschoben. So bleibt genug Zeit, Fördermittel zu beantragen und die Gelder im Haushalt bereitzustellen.

Jahresrechnung: Haar schließt 2025 mit finanziellem Plus

Der Haarer Haushalt steht nach 2025 gut da: Die Gewerbesteuer ist um 4,3 Millionen Euro angestiegen, Dank einer sogenannten Schlüsselzuweisung kann Haar gut elf Millionen Euro in seine Rücklage geben.

Die Sorgen, Haar würde in finanzielle Schwierigkeiten oder gar in die viel gefürchtete Zwangsverwaltung rutschen, sind also nicht eingetreten.

  • Position der SPD

"Unsere Position im letzten Jahr war, dass Haar besser dasteht, als wir tun. Das war und ist richtig."

–– Raul Würfl, Fraktionsvorsitzender.

Auch wenn man die Schlüsselzuweisungen herausrechnet, bleibt Haar ein Überschuss von gut 750.000 Euro. Wir schwimmen also nicht im Geld, können aber mit einem stabilen Haushalt arbeiten und brauchen keine Panik haben.

In diese Richtung deuten auch die aktuellen Gewerbesteuereinnahmen: Im Juli standen wir bei mehr als 14 Millionen Euro – und damit nur knapp unter den 16 Millionen Euro, mit denen wir für das gesamte Jahr 2026 gerechnet haben.

Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass der Haushalt für 2027 in diesem Sinne ausgerichtet wird – ohne Panik-Kürzungen, sondern klug und verantwortungsvoll.

Unsere Position aus dem Jahr 2025 gibt es hier in voller Länge – ein Blick lohnt sich!

5. Anfragen: Neugestaltung Leibstraße, Volksfest für Alle

Unsere Fragen zur Neugestaltung der Leibstraße

Als Fraktion haben wir eine Anfrage mit mehreren Fragen zum Umbau in der Leibstraße gestellt – darunter auch zur Postwiese, wie ich es oben schon erwähnt hatte. Schwerpunkt der Fragen waren die Zustimmungen von Grundstückseigentümern zur Neupflasterung auf ihren Grundstücken und die Förderfähigkeit der Maßnahme.

Alle Fragen und die Antworten kannst Du auf unserer Website nachlesen.

Ein sicheres Volksfest für alle

Das Haarer Volksfest verlief ohne Zwischenfälle, so die Auskunft der Polizeiinspektion. Damit das auch im nächsten Jahr so bleibt, hat unsere Sozialreferentin Astrid Herrmann vorgeschlagen, Konzepte für sichere Feste und Feiern besonders für Frauen einzuführen – ähnlich zum Beispiel zur Sicheren Wiesn (externer Link). Solche Konzepte umfassen zum Beispiel diskrete Möglichkeiten, mit dem Sicherheitsdienst Kontakt aufzunehmen oder Notfallnummern auf den Toiletten.

Der Bürgermeister hat sich dazu teilweise skeptisch gezeigt – er wolle den Eindruck vermeiden, dass es in der Vergangenheit Vorfälle gab. Die Verwaltung werde aber Möglichkeiten für solche Konzepte prüfen.

  • Position der SPD

Den Eindruck, es habe Probleme auf dem Volksfest gegeben, möchte niemand erwecken – das passiert aber mit einem Sicherheitskonzept auch nicht. Man lässt ja auch keine Feuerlöscher weg, weil man nicht den Eindruck erwecken will, dass es oft brennt. Stattdessen zeigt so ein Konzept, dass die Stadt die Sicherheit ernst nimmt und für Schutz sorgt – auch wenn es dann hoffentlich keinen Notfall gibt.

Viele Themen, um die es gerade geht – und die diese Ausgabe auch etwas länger gemacht haben – deshalb vielen Dank für Dein Interesse!

Wenn Du immer auf dem Laufenden sein willst, schreib mir eine E-Mail an raul.wuerfl@spd-haar.de und das HAARGENAU – Aus dem Stadtrat kommt direkt in Dein E-Mail-Postfach!

Das nächste HAARGENAU – Aus dem Stadtrat kommt nach der Sitzung am 29.09.2026. Einen schönen weiteren Sommer!

Fragen? Kritik? Anregungen? Gerne jederzeit per E-Mail an raul.wuerfl@spd-haar.de.

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